Klavierunterricht

Das Klavier gibt es mit aufrecht stehender Mechanik als klassisches Klavier, oder mit liegender Mechanik als Flügel. Daneben gibt es in jüngerer Zeit auch sogen. Digital-Pianos, also elektronisch betriebene Klaviere, die zwar im Klang bereits an ein "einfaches" mechanisches Klavier heranreichen, ein gutes Klavier oder gar einen Flügel aber nicht ersetzen können. Klavier
Insbesondere die bei elektronischen Klavieren zur Zeit mögliche Anschlagsdynamik (ganz leise Töne, leise Töne, mittlere Lautstärke... bis hin zum Fortissimo) reicht nicht an die der traditionellen mechanischen Klaviere heran. Digital-Pianos haben anererseits aber für das Erlernen des Klavierspiels einen sehr großen Vorteil: Der Ton läßt sich über einen Lautstärkeregler (wie beim Radio) auf Zimmerlautstärke einstellen oder ganz ohne Einbeziehung der Umwelt auf Kopfhörer umleiten.

Die Klangerzeugung auf einem Klavier ist denkbar einfach: Jedes kleine Kind kann auf die Tasten drücken und dadurch Töne erzeugen - anders, als bei Querflöte, Trompete oder Geige, bei denen bereits die Tonerzeugung eine erste Hürde ist. Die Schwierigkeit beim Klavier liegt darin, die in den Noten dargestellten vielen gleichzeitigen Töne korrekt zu erkennen und zu spielen. Klavierspielen ist in erster Linie eine Koordinationsübung, die in hohem Maße erfordert, die Hände unabhängig voneinander zu bewegen und auch die Finger einzeln zu gebrauchen und dabei möglichst mehrere Melodien (z.B. für jede Hand eine eigene Melodie mit meist unterschiedlichem Rythmus) im Sinn zu haben. Beim Klavierspiel ist also viel "Kopfarbeit" nötig. Ein Kind, das mit dem Klavierspiel beginnt, sollte dazu fähig sein und daran Freude haben.

Beginnt man auf kindgemäße Weise und überfordert man das Kind nicht durch zu frühe Kopfarbeit und zu frühes Notenlernen, dann kann schon ein Alter von 5 Jahren als Einstieg ins Klavierspiel sinnvoll sein. Es ist aber auch möglich, mit 8, 10 oder 12 Jahren das Klavierspielen zu beginnen.

Klavierspieler sollten bewußt darauf achten, immer wieder das Zusammenspiel mit anderen zu üben. Sie laufen sonst Gefahr, zu "Einzelspielern" zu werden, die wenig im Zusammenspiel geübt sind und deren Fähigkeit zum Hinhören auf das Spiel anderer wenig ausgeprägt ist. Wird dies berücksichtigt, bietet kaum ein anderes Instrument eine solche Vielfalt an Möglichkeiten, wie das Klavier: Von der Liedbegleitung über Basso-Continuo-Begleitungen in der Barockmusik, über Trios, Quartetts usw. aus Klassik und Romantik bis zum Einsatz in Rock, Pop, Jazz oder als Alleinunterhalter erstreckt sich die Einsatzmöglichkeit des Klaviers.

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(Texte mit freundlicher Unterstützung durch "MUSI-KUSS" Musizierschule e.V. Göttingen)