Höher geht nicht !
... jedenfalls nicht, wenn man im Land bleiben
und festen Boden unter den Füßen behalten will
 
Meine dritte Wanderung - Seite 1

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Schön, dass Du Dir die Zeit genommen hast, mich nach Rheinsteig und Berchtesgadener Land auch auf meiner dritten Wanderung zu begleiten. Bevor ich Dir sage, wohin es diesmal gehen wird, erzähle ich Dir, was das Ziel dieser Wanderung maßgeblich bestimmt hat.
 
 
Die Geschichte handelt viele Jahre vor meiner Zeit und berichtet von einem Heimatmaler mit Namen Robert Dennewitz. Dieser Robert Dennewitz lebte in einem kleinen Vorort der thüringischen Stadt Gotha und arbeitete, wie der Vater von meinem Herrchen (sie waren ja Kollegen) im Reichsbahn-Ausbesserungswerk der Stadt. Daneben, in seiner Freizeit malte er sehr gern Landschaftsbilder, mit denen er Bekannte, Kollegen und Verwandte erfreute und mit denen er in den nicht einfachen Nachkriegsjahren ganz nebenbei auch das Haushaltsgeld seiner Familie etwas aufbesserte.
 
Das liegt inzwischen weit über 50 Jahren zurück und den Hobbymaler gibt es leider schon lange nicht mehr. Geblieben sind seine wirklich guten Bilder, darunter auch jene drei, die der Künstler für den Vater von meinem Herrchen malte.
 
Heute ist dieser 1962 verstorbene Künstler wegen der Vielzahl und Qualität seiner Landschaftsdarstellungen in seiner Thüringer Heimat als Heimatmaler in geachteter Erinnerung geblieben. Ihm zu Ehren wurde im Juli 2012 aus Anlaß seines 50. Todestag von Angehörigen
und Freunden sogar eine vielbeachtete Ausstellung
organisiert, zu der die heutigen Besitzer viele
seiner Bilder als Leihgaben beisteuerten.
 
Jene oben genannten drei Bilder, welche der Maler für Herrchens Vater malte, waren nicht einfach nur Landschaftsdarstellungen sondern ihr Inhalt hatte für den damaligen Auftraggeber einen sehr persönlichen Bezug, wie z.B. das Bild eines Schäfers mit seiner Herde vor den Hörselbergen als Erinnerung an einen geliebten Vorfahren oder das gelungene Bild mit dem Anblick des heimatlichen Rosengartens mit dem dahinterliegenden Gothaer Schloß als Ausdruck und Gefühl der Verbundenheit mit der Heimatstadt.
 
Das dritte Bild aber, welches der Künstler im Jahre 1957 für den Vater von meinem Herrchen malte, zeigte die 1797 erbaute Pfarrkirche "St. Johannes der Täufer" in dem kleinen Zugspitzdorf Obergrainau.
 
 
Diese Kirche mit dem gewaltigen Alpenmassiv im Hintergrund war schon damals das am meisten fotografierte Motiv in dem kleinen bayerischen Dorf Grainau. So enthielt, wie selbstverständlich, auch die Ansichtskarte einer schon lange verstorbenen, lieben Verwandten, welche in diesem Ort am Fuße der Zugspitze regelmäßig Urlaub machte, dieses Motiv. Zur Erinnerung an jene Verwandte diente diese ihre Ansichtskarte als Wunschvorlage an den Künstler.
 
Jene geheimnisvoll anmutende, über viele, viele Jahre unerreichbare Landschaft auf dem Bild täglich vor Augen,
 
 
erzeugte beim Betrachter im Laufe der Zeit den immer stärkeren Wunsch, das dort Dargestellte wenigstens einmal auch im Original zu sehen. - So kam es zur Wahl von Grainau als Ziel dieser, unserer dritten Wanderung.
 
So, nun weißt Du, wohin es diesmal gehen soll:
In das idyllische kleine Zugspitzdorf Grainau, inzwischen Teil des bekannten Wintersportortes Garmisch-Partenkirchen. Von dort werden wir täglich zu einer Wanderung starten und dabei viele Sehenswürdigkeiten in und um dieses Wintersport- und Wanderparadies kennenlernen.
 
Aber zuerst einmal müssen wir die vielen Kilometer bis nach Grainau hinter uns bringen. Neben mir ist im Auto noch ein Platz frei ... wenn Du willst. Ich muß Dich aber vorwarnen, die Fahrt dauert wirklich sehr lange. Du kannst es ja auf den nachfolgenden drei kleinen Filmchen nachvollziehen:
 
Start der ReiseAuf der AutobahnDie letzten Kilometer
 
Nach einer gefühlten Ewigkeit passierten wir endlich das Ortseingangsschild und wenig später erblickten wir inmitten einer schönen, grünen Umgebung das von meinen Zweibeinern ausgewälte Wanderquartier, das Haus Florian in Grainau. Es ging bereits auf 18 Uhr zu und die Wirtin wartete schon auf uns, als wir auf dem Hof unseres Wanderquartiers anlangten.
 
 
Natürlich war ich gespannt auf unser Zimmer, wo ich es mir nach dieser langen Reise auf meiner mitgebrachten Unterlage aus Lammfell so richtig gemütlich machten wollte. Meinen Zweibeinern erklärte die Wirtin noch, wo am nächsten Morgen das Frühstück auf sie warten würde.
 
   
 
Lange konnte ich es mir aber nicht auf meinem Lammfell gemütlich machen. Das Gepäck war schnell ausgepackt und in die Schränke einsortiert. Meine Zweibeiner wollten sich danach unbedingt noch den kleinen Ort anschauen - und da wollte ich natürlich dabei sein. Das hat sich letztlich auch als richtig erwiesen. Als es sich meine Zweibeiner unter dem Rebendach eines kleinen italienischen Restaurants schmecken ließen, sind auch für mich einige leckere Happen "abgefallen".
 
Dieser erste Ortsbummel hatte noch einen zweiten positives Aspekt: Die hiesige Touristeninformation hat auf einer Tafel dieses Gebiet mit allen seinen touristischen Höhepunkten dargestellt. Diese öffentlich ausgehängte Tafel will ich Dir natürlich nicht vorenthalten.
 

Info-Tafel der Touristeninformation im  Zugspitzdorf  Grainau
 
Wenn Du mit der Maus auf diese Übersichtstafel klickst, kann ich Dir schon mal die Wanderziele der nächsten Tage zeigen.
 
Soviel für heute! Nutze die verbleibende Zeit zur Erholung! Morgen soll es gleich nach dem Frühstück los gehen, auf Wanderschaft. Dafür haben wir schließlich die weite Reise angetreten. Wohin genau es gehen wird, ist allerdings noch nicht sicher, weil ... der Wetterbericht ... na, vergiß ihn! Lassen wir uns statt dessen mal positiv vom Gegenteil überraschen.
 
 
Also, bis morgen!        

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